Sonntag, 11. Juli 2010
11.7.10 Lemgo
Schon drei Maschinen Wäsche gewaschen. Die Blumen wieder im Zimmer verteilt. Die Wohnung gekühlt. Das Taschenmesser liegt in jeder Hinsicht aufgeklappt zum Trocknen da, befreit von Pfirsichresten in den Ritzen. Die Brillen endlich mal wieder richtig geputzt. Die Füße fast abgeschwollen. Den Rucksack erstmals in seiner Geschichte in der Badewanne gewaschen und gerubbelt und geseift, hängt zum Trocknen draußen. Seit 23 Jahren reise ich mit ihm und nie hat er dergleichen erlebt. Manchmal fürchte ich mich, dass ich ihn nicht mehr brauchen werde eines Tages. Auch auf dieser Reise haben wir immer mal überlegt, ob das alles für uns noch zeitgemäß ist, ob man nicht etwas anderes braucht. Aber mir ist es doch noch lieb so zu reisen. Ich will es noch nicht lassen. Mine dazu: diese Art des Reisens hat ihre verdammten Schwierigkeiten, aber hat auch einen Wahnsinnsreiz. Besser kann man keinen Eindruck von einem Land bekommen als sich auf diese Weise zu konfrontieren. Dass wir ab und zu Sehnsucht nach Deutschland hatten, werten wir als Gutes. Wir wissen auch, dass dort die Sehnsucht nach der Ferne wieder kommt. Die Freiheit zu reisen, ist ein Genuss und macht süchtig. Wir freuen uns schon wieder darauf.
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