Dienstag, 6. Juli 2010

30.6.10 Borjomi

Ändern unsere Pläne und fahren nicht mit dem Zug/Schmalspurbahn in den Wintersportort Bakuriani, sondern wollen den Tag in Borjomi verbringen. Borjomi und Bakuriani wollten ja 2014 die olympischen Winterspiele ausrichten und haben sich beworben. Wie wollten Sie das nur schaffen? Beginnen mit dem Museum gleich neben dem Hotel. Wir sehen hier Porzellan und Glas aus dem Palast der Romanows in Borjomi, Mineralienfunde der Gegend, Funde von Ausgrabungen (beim Pipelinebau), alte Photos, Dokumentationen, die die Mineralwasserquelle “Borjomi” des Ortes betreffen, ausgestopfte Tiere der Region, alles in allem eine kurzweilige Mischung. Auf Schritt und Tritt werden wir von einer Dame begleitet, die uns zwar nichts erklären kann aus sprachlichen Gründen, uns aber zwischen den Vitrinen den Weg weist und das Licht für uns an- und ausmacht. Gehen danach entlang des Flüßchens Bordshomka bis zum Eingang in den Kurpark. Kommen an dem recht runtergekommenen (das ist nicht übertrieben) ehemaligen Wohnhaus des Großfürsten Michail Nikolajewitsch Romanow vorbei. Der oberste Balkon ist noch eine Ahnung von wunderschön, in persischem Stil mit Spiegelmosaiken, kleinen Wandportraits und Schnitzereien. Auch in diesem Haus waren Flüchtlinge untergebracht. Man zahlt einen halben Lari Eintritt und geht dann durch ein schmiedeeisernes Tor in den schönen Kurpark mit Quelle. Die Menschen kommen mit großen Flaschen und füllen sich Wasser ab. Der ehemalige Kursaal mit Brunnenanlage ist in ein Internetcafe umgewidmet und wir geben hier unseren Blog auf. Mine läßt sich eine CD mit georgischer Musik brennen. Danach wandern wir mehrere Kilometer durch den Park und den angrenzenden Wald bis zu einem kleinen Pool mitten auf einer Lichtung, der von einer natürlichen Quelle gespeist wird. Die Jugend des Dorfes vergnügt sich hier. Nach einem kurzen Picknick gehen wir zurück. Nehmen am Parkeingang die Seilbahn und fahren aus dem Tal in die umgebenden Berge. Haben einen sehr schönen Ausblick von oben und gehen zu Fuß wieder runter durch dichten alten Wald, vorbei an so manchem georgischen Griller im Grünen. Unten angekommen bringen wir in Erfahrung wie es morgen mit dem Bus weiter geht und gehen dann essen. Im Hotel werden wir wie erwartet abgefangen von den Damen, kommen ihnen aber mit der Frage “Lari?” heute zuvor, worauf sie lachen. Holen die Unterlagen, die Bob und Jill uns geliehen haben und gehen nochmals los, um ihnen alles zurückzugeben. Wechseln noch ein paar nette Worte in der Küche mit ihnen und ihrer georgischen Trainerin aus dem Programm und gehen dann heim.
Anmerkung: Wir schätzen uns glücklich, dass wir nicht dieses Land mit unserem Solidaritätszuschlag päppeln müssen. Da hätten wir eine schöne Aufgabe. Haben wir das richtig in Erinnerung, dass auch Georgien in die EU will? Äh, nun ja. Vielleicht warten wir damit noch ein bißchen.

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